Die Wildtierauffangstation Rastede e. V. ist eine vom Land Niedersachsen staatlich anerkannte Einrichtung für aktiven Wildtierschutz in der Gemeinde Rastede, rund 10 km nördlich von Oldenburg. Das Einzugsgebiet reicht von Emden über Cuxhaven und die Ostfriesischen Inseln bis Vechta und Bremen.
Die Station nimmt jährlich über 2000 Wildtiere auf und pflegt sie mit dem Ziel, die Tiere nach Möglichkeit wieder auszuwildern. Aufgenommen werden unter anderem Säugetiere sowie Greifvögel, Singvögel und Wasservögel. Zusätzlich versorgt die Station exotische Tiere wie Papageien, Schlangen, Echsen und Schildkröten, etwa wenn diese beschlagnahmt, ausgesetzt oder illegal eingeführt wurden; solche Exoten werden bei Bedarf an öffentliche Einrichtungen wie Zoos und Tierparks vermittelt.
Für die Unterbringung und Versorgung stehen verschiedene Bereiche zur Verfügung, darunter ein Haupthaus mit Untersuchungs- und Jungtierräumen sowie ein Exotenhaus mit Quarantänemöglichkeiten und spezialisierten Räumen. Ergänzend gibt es Volieren, Gehege und Teiche, darunter Anlagen für Greifvögel und Eulen, Bereiche für Singvögel und Eichhörnchen sowie eine Storchenwiese für dauerhaft untergebrachte, flugunfähige Störche.
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Beratung von Tierfindern. Die Station beschreibt, wie gefundene Wildtiere – insbesondere Jungtiere – richtig eingeschätzt werden und wann tatsächlich Hilfe nötig ist. Für die kurzfristige Unterbringung wird eine stressarme Lösung empfohlen (z. B. ein dunkler, enger Karton statt Käfig), ergänzt um Hinweise zum Eigenschutz und zum sicheren Transport. Bei bestimmten Arten wird auf besondere Risiken hingewiesen.
Tierannahmen erfolgen ausschließlich nach vorheriger telefonischer Absprache. Aus Kapazitätsgründen kann die Station zudem keine telefonischen oder schriftlichen Auskünfte zum Zustand eingelieferter Tiere geben, um die Versorgung der Tiere zu priorisieren. Für einige Tierarten bestehen Aufnahmebeschränkungen: Igel werden nicht mehr aufgenommen; nichtgeschützte jagdbare Wildtiere wie Wildschweine, Rehkitze, Füchse und Marder können ebenfalls nicht angenommen werden. In solchen Fällen wird empfohlen, Abstand zu halten und den zuständigen Jagdausübungsberechtigten über den Landkreis zu kontaktieren.
Darüber hinaus bietet die Wildtierauffangstation Führungen an und führt Projekte mit Schulklassen durch. Möglichkeiten zur Mitarbeit sind ebenfalls vorgesehen, unter anderem über Praktika und Ausbildung. Der Betrieb wird unter anderem durch Förderungen und durch Mitgliedschaften sowie Geld- und Sachspenden unterstützt.