Der Aachener Wald reicht im Süden bis an die belgische und die niederländische Grenze; rund 2.350 Hektar Wald gehören der Stadt, die ihn schon 1882 mit einem Wohlfahrtsbeschluss unter besonderen Schutz stellte, nach eigener Darstellung dem ersten dieser Art in Deutschland. In den Aachener Wäldern leben Rot-, Reh- und Schwarzwild, und die Wildkatze kehrt in den Stadtwald zurück; daneben stehen zwölf Naturschutzgebiete mit zusammen 471 Hektar. Beim Weltfest des Pferdesports gingen 2024 nach dem Statistischen Jahrbuch 514 Pferde an den Start, 149 davon allein im Vierspänner-Fahren. Der Aachener Tierpark hielt im selben Jahr 505 Tiere, darunter 313 Vögel, 179 Säugetiere und 13 Reptilien. Das Tierheim des Tierschutzvereins für die StädteRegion hält 32 Hundezwinger, vier Katzenhäuser, zwei Taubenvolieren und fünf Terrarien für Kleinnager vor und zählt 4.489 Mitglieder und Paten.
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Häufige Fragen für Tierhalter in Aachen
- An wen wende ich mich bei Tierschutzfragen, an die Stadt oder an die StädteRegion?
- Bei Tierschutz und Tierseuchen an die StädteRegion Aachen: Ihr Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen ist ausdrücklich auch für das Stadtgebiet zuständig, und die Stadt verweist auf ihrer eigenen Artenschutzseite dorthin. Hintergrund ist das Aachen-Gesetz, mit dem der Landtag 2008 die Bildung der StädteRegion beschloss und 37 Aufgabenfelder von der Stadt auf sie übertrug. Bei der Stadt selbst bleiben unter anderem die Hundesteuer beim Fachbereich Steuern und Kasse und die Anzeige nach dem Landeshundegesetz beim Ordnungsamt. Sieh vor einem Antrag also nach, welches der beiden Häuser gemeint ist.
- Muss ich meine Katze in Aachen kastrieren lassen?
- Nein, eine Pflicht gibt es hier nicht. Das Veterinäramt der StädteRegion hält ausdrücklich fest, dass bisher nur Herzogenrath, Stolberg und Würselen eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen erlassen haben und die Regelung damit nicht flächendeckend gilt; Aachen gehört nicht dazu. Empfohlen wird die Kastration trotzdem, spätestens ab dem fünften Lebensmonat, dazu Mikrochip und Eintrag in ein Haustierregister. In der Region werden jährlich über 300 herrenlose, verwilderte Katzen kastriert, und trotzdem sinkt die Zahl der Streuner kaum. Bei einer Kastrationskampagne des Tierschutzvereins im Frühjahr 2026 kamen mit zwölf Tierarztpraxen 220 Katzen zusammen, verteilt über die ganze Region und mit der größten Zahl im Stadtgebiet.
- Wo beantrage ich mein Reitkennzeichen, bei der Stadt oder bei der StädteRegion?
- Das entscheidet dein Wohnort, nicht der Stall deines Pferdes. Wohnst du in der Stadt Aachen, geht der Antrag ans Gemeindeforstamt; wohnst du in einer der übrigen Kommunen der Region, an die untere Naturschutzbehörde im Umweltamt der StädteRegion. Achte auf den Unterschied danach: In Aachen wird die Reitabgabe jedes Jahr automatisch abgebucht und die neue Plakette kommt zum Jahresbeginn von selbst, bei der StädteRegion musst du sie jedes Jahr aktiv anfordern. Ein Kennzeichen aus einem anderen Bundesland gilt in Nordrhein-Westfalen für das laufende Kalenderjahr weiter, und es bezieht sich auf dich als Halterin, die aufzeichnen muss, wer damit unterwegs war.
- Wo darf ich im Aachener Wald reiten?
- Nur auf den ausgeschilderten Reitwegen. Zwei Schilder kommen dabei immer wieder vor: der Reitweg, den außer Reitern nur Forstbetrieb und Rettungsdienst nutzen dürfen und der für Fußgänger und Radfahrer tabu ist, und das kleine Schild am Baum für ein Reitbankett, einen schmalen Reitweg neben einem Wander- und Fahrweg. Die Reitwegekarte bekommst du beim Gemeindeforstamt zusammen mit dem Reitkennzeichen. Im Süden der Region gilt etwas anderes: In den Waldgebieten von Roetgen, Simmerath und Monschau hat die StädteRegion auf eine Kennzeichnung von Reitwegen verzichtet, weil das Wegenetz groß und das Reitaufkommen gering ist; dort darfst du auf öffentlichen und privaten Wegen reiten, nicht aber auf Wanderwegen, Sport- und Lehrpfaden und nicht abseits der Wege.
- Darf ich mit meinem Hund über die Grenze nach Belgien oder in die Niederlande?
- Ja, mit gültigem EU-Heimtierausweis, Mikrochip und Tollwutimpfung. Die Impfung schützt erst nach 21 Tagen, muss also mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt gesetzt sein, und die Kennzeichnung muss vorher oder gleichzeitig erfolgt sein. Welpen lassen sich frühestens mit zwölf Wochen impfen und dürfen deshalb frühestens mit 15 Wochen nach Deutschland; ob dein Reiseland eine eigene Ausnahme für junge Tiere kennt, erfragst du vorher dort. Wichtig für die Rückfahrt: Die Einfuhr von Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und deren Kreuzungen nach Deutschland ist untersagt; erlaubt ist nur die Wiedereinreise mit dem eigenen, hier bereits gemeldeten Hund samt Unterlagen.
- Was gilt für meinen Hund im belgischen oder niederländischen Wald hinter der Grenze?
- Dort gilt anderes Recht, und das Gemeindeforstamt weist eigens darauf hin. Zwei Punkte fallen für Hundehalter ins Gewicht: Die deutschen Leinen- und Wegeregeln lassen sich nicht übertragen, und in Belgien wie in den Niederlanden ist das Betreten des Waldes nachts verboten. Der Aachener Wald reicht im Süden bis an beide Grenzen, ein Spaziergang führt also schnell in eine andere Rechtsordnung. Erkundige dich vor der ersten Runde jenseits der Grenze bei der dortigen Gemeinde.
- Ich möchte mein Pferd ins europäische Ausland bringen, was brauche ich?
- Eine Bescheinigung im europäischen Handelskontrollsystem, der ein Veterinärzertifikat über Gesundheit und Transportfähigkeit beiliegt. Beantragt wird sie beim Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der StädteRegion, und der Antrag muss dort mindestens fünf Werktage vor dem geplanten Transport eingehen. Dasselbe gilt für Rinder, Schafe und Ziegen, ob Reise oder Verkauf. Die Formulare dafür stellt das Amt auf derselben Seite bereit.
- Was verlangt das Amt, wenn Pferde bei einem Festumzug mitgehen?
- Dass die Pferde gezielt trainiert und regelmäßig nachgeschult sind. Das Veterinäramt der StädteRegion hat dafür eine eigene amtstierärztliche Beurteilung veröffentlicht: Eine Medikation ersetzt die Gewöhnung an Menschenmengen, unvorhergesehene Geräusche wie Knallkörper und flatternde Transparente ausdrücklich nicht, für die reitende Person gilt ein Alkoholverbot, es müssen genug Begleitpersonen zu Fuß mitgehen, und die Tiere sind etwa alle vier Stunden zu tränken.
- Gibt es in Aachen Wölfe?
- Sesshafte nicht, durchziehende schon. Die Stadt liegt zusammen mit Eschweiler und Stolberg in der Pufferzone des Wolfsgebietes Eifel-Hohes Venn, das 2019 ausgewiesen wurde. In der Nacht zum 15. Januar 2022 griff ein Wolf am Stadtrand Schafe an; die genetische Probe wies einen Rüden aus einem Rudel im belgischen Flandern nach. Wölfe stehen unter dem strengsten Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes: Fangen, Verletzen und Töten sind verboten, ebenso Füttern und Anlocken, weil die Tiere dadurch die Scheu vor Menschen verlieren. Begegnest du einem, bleib stehen, gib ihm Zeit zum Rückzug und führ deinen Hund an der Leine.
- Ich habe ein verletztes Wildtier gefunden, wohin damit?
- Frag zuerst eine sachkundige Person oder eine Tierarztpraxis, ob das Tier überhaupt Hilfe braucht; bei Rehkitzen, flüggen Singvögeln und jungen Hasen hält schon deine Anwesenheit die Mutter fern. Eine Auffangstation gibt es hier nicht mehr: Der Aachener Tierpark hat seine Wildtierauffangstation Ende 2022 geschlossen, weil die Seuchengefahr für den eigenen Tierbestand zu groß wurde, und die wenigen ehrenamtlichen Pflegestellen können das nicht auffangen. Von April bis September schaltet das Umweltamt der StädteRegion dafür ein Wildtier-Telefon. Wer ein Wildtier mitnimmt, trägt die Verantwortung für artgerechte Unterbringung, tierärztliche Versorgung, Auswilderung und die anfallenden Kosten, und eine dauerhafte Haltung ist nicht erlaubt. Beim jagdbaren Wild wie Hase, Reh, Fuchs oder Wildschwein musst du vorher den Revierinhaber einschalten, sonst ist die Entnahme Wilderei.
- Ich habe ein Reh angefahren, was mache ich mit dem Tier?
- Nimm es nicht mit und bring es nicht selbst weg. Angefahrenes Wild ist nach Einschätzung des Umweltamtes der StädteRegion fast immer innerlich so schwer verletzt, dass ein Weiterleben nur mit Schmerzen und Leiden möglich wäre, und erlösen dürfen es allein Revierinhaber oder Tierarztpraxis. Die Anzeige bei der Polizei, die das Land ohnehin verlangt, bringt dich mit dem zuständigen Revier zusammen, und ihr Unfallbericht reicht deiner Versicherung als Beleg.
- Wohin mit einer Schildkröte oder Schlange, die ich abgeben muss?
- In die Reptilienauffangstation in der StädteRegion Aachen, die in Stolberg sitzt. Sie ist nach eigener Darstellung seit Mai 2014 die offizielle Quarantäne- und Auffangstation für Landschildkröten der StädteRegion und seit November 2017 zusätzlich anerkannte Auffangstation für Reptilien, Amphibien und Fische; aufgenommen werden Schildkröten, Echsen, ungiftige Schlangen, Krokodile, Amphibien und Fische, Giftschlangen ausgenommen. Behördentiere haben Vorrang, private Abgaben hängen an der freien Kapazität, und Anfragen dazu beantwortet die Station nur schriftlich mit Fotos des Tieres. Vermittelt wird nur mit Abgabevertrag, bei streng geschützten Arten zusätzlich mit einem Überlassungsvertrag der unteren Naturschutzbehörde.
- Muss ich meine Landschildkröte oder meinen Papagei anmelden?
- Ja, sobald es eine besonders geschützte Art ist, und in Aachen läuft das nicht über die Stadt: Für den Handelsartenschutz samt Meldepflicht bei Schildkröten verweist die untere Naturschutzbehörde der Stadt an das Umweltamt der StädteRegion. Dort meldest du das Tier unverzüglich an und weist seine rechtmäßige Herkunft nach, mit Kopien von Kaufvertrag, Quittung, Rechnung oder Bescheinigung. Wechselt das Tier die Halterin, meldet die bisherige es bei ihrer Behörde ab und die neue bei ihrer an. Die Kennzeichnung gehört dazu: bei Vögeln meist der geschlossene Ring, bei Landschildkröten die Fotodokumentation, sonst der Mikrochip. Fehlt sie, lässt sich die Herkunft kaum belegen, und das Tier kann beschlagnahmt und eingezogen werden.
- Ich halte Feuersalamander oder Molche, was muss ich in der Eifel beachten?
- Halte den Hautpilz Bsal von deinen Tieren und von den wilden Beständen fern. Der Erreger kam über Zuid-Limburg und die belgischen Ardennen in die Region; die Biologische Station der StädteRegion sucht ihn seit 2014 zusammen mit der Station Düren in der Eifel und wies ihn 2015 an Feuersalamandern in der Nordeifel nach. Er frisst Löcher in die Haut und tötet binnen weniger Tage; im Versuch war fast jede Schwanzlurchart empfänglich, und für Terrarientiere aus anderen Herkünften gilt das genauso. Seit Februar 2021 gelten in Nordrhein-Westfalen verbindliche Hygieneregeln für den Aufenthalt an Weihern, Teichen und Waldbächen: Stiefel und Geräte vor Ort reinigen, desinfizieren und durchtrocknen lassen, zwischen zwei Gebieten Schuhe wechseln, Amphibien nur mit Nitrilhandschuhen anfassen. Häufungen kranker oder toter Salamander und Molche meldest du der Biologischen Station.
- Wo darf mein Hund im Aachener Wald frei laufen?
- Auf den Waldwegen, solange er in deinem Einflussbereich bleibt; sobald ihr den Weg verlasst, gehört er an die Leine. Für einen gefährlichen oder gelisteten Hund gilt das nicht, er bleibt auch im Wald angeleint. In den ausgewiesenen Naturschutzgebieten gilt durchgehend Anleinpflicht, auch auf den Wegen, und abseits der Wege dürfen weder Mensch noch Hund sie betreten. Erkennbar sind sie am dreieckigen grün umrandeten Schild mit der Greifvogel-Silhouette. Zwischen Anfang April und Mitte Juli bittet die Stadt zusätzlich darum, Hunde durchgehend angeleint zu führen, weil im Aachener Norden Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche brüten; Freigängerkatzen sollen in dieser Zeit im Haus bleiben.
- Wo darf mein Hund in Aachen ohne Leine toben?
- Auf drei Freilaufflächen in städtischen Parks: am alten Klinikum, im Stadtgarten und im Gillesbachtal. Dort gelten Hausregeln der Stadt: Du beaufsichtigst deinen Hund, er muss jederzeit abrufbar sein und darf die Fläche nicht unangeleint verlassen. Daneben führt das Serviceportal kleinere Hundewiesen im Stadtgebiet auf, die zwischen 100 und 600 Quadratmetern messen, und nennt rund 150 Standorte mit Beutelspendern und Behältern. Keine dieser Flächen ist für gefährliche oder gelistete Hunde ausgewiesen, für sie hebt also auch die Freilauffläche Leine und Maulkorb nicht auf; die Stadt sagt das bei ihren drei Parkflächen ausdrücklich dazu.
- Wo gilt in Aachen Leinenpflicht, und was muss ich unterwegs dabeihaben?
- In allen öffentlichen Anlagen musst du deinen Hund an der Leine führen: in Gärten, Grünanlagen und Anpflanzungen, auf Kinderspielplätzen, Bolz- und Sportplätzen, Friedhöfen sowie an Wasserflächen mit ihren Ufern und Böschungen; ausgenommen sind die eingerichteten Freilaufflächen. Auf einen Kinderspielplatz oder einen Friedhof darf überhaupt nur ein Blindenführhund mit. Die Leinenzonen des Landeshundegesetzes kommen hinzu; die Straßenverordnung führt sie in einem eigenen Anhang mit auf. Dazu kommt eine Pflicht, die viele übersehen: Du musst geeignete Behältnisse für den Kot mitführen und sie auf Verlangen vorzeigen, unabhängig davon, ob dein Hund schon gemacht hat.
- Wo und wann melde ich meinen Hund in Aachen an?
- Zur Steuer innerhalb von zwei Wochen nach der Anschaffung oder nach deinem Zuzug beim Fachbereich Steuern und Kasse; danach darf dein Hund außerhalb der Wohnung und des umfriedeten Grundstücks nur mit sichtbar befestigter Steuermarke laufen. Erreicht er die Maße, ab denen das Landeshundegesetz von einem großen Hund spricht, kommt eine zweite, davon getrennte Anzeige beim Ordnungsamt dazu. Dorthin bringst du neben den Nachweisen, die das Land verlangt, den Impfpass mit Rasse, Name, Geburtsdatum, Fellfarbe, Größe und Gewicht. Zur Größenordnung: Ende 2020 waren in Aachen 8.990 Hunde gemeldet, davon 103 gefährliche Hunde oder Hunde bestimmter Rassen.
- Ab wann brauche ich für Tierpension, Zucht oder Hundeausbildung eine Erlaubnis?
- Die Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz erteilt das Veterinäramt der StädteRegion, und maßgeblich ist der Katalog des Gesetzes, den das Amt auf seinem Serviceportal auflistet. Genannt sind dort unter anderem das Halten von Wirbeltieren für andere in einem Tierheim, das Ausbilden von Hunden zu Schutzzwecken für Dritte, gewerbsmäßiges Züchten, Halten und Handeln, der Reit- oder Fahrbetrieb, Tierbörsen und das Zurschaustellen von Tieren, worunter das Amt ausdrücklich auch das Mitführen von Tieren zum Spendensammeln fasst. Auf seiner Tierschutzseite rechnet dasselbe Amt Tierpensionen und private Hunde- und Katzenzuchten dazu. Kläre deinen Fall dort ab, bevor du Tiere oder Räume anschaffst.
- Ich will mit einer Hundegruppe regelmäßig im Wald trainieren, muss ich das anmelden?
- Training im Aachener Wald ist keine Veranstaltung, ob regelmäßig oder unregelmäßig, solange es um einzelne Sportler oder kleine, überschaubare Gruppen geht; anzeigen musst du es dann nicht. Sobald aber organisiertes Training mit größeren Teilnehmerzahlen auf festgelegten Strecken stattfindet oder ein Wettbewerb geplant ist, ist das anzeigepflichtig, unabhängig von der Sportart. Zuständige Forstbehörde ist nach dem Landesforstgesetz eigentlich das Forstamt Eschweiler, nicht das Gemeindeforstamt Aachen; damit du nicht zwei Stellen anschreiben musst, gibt es eine Absprache, nach der die Anzeige direkt beim Gemeindeforstamt eingehen kann. Absperrungen und Hinweisschilder stimmst du vorher mit der Forstbehörde ab.
- Muss ich meine Hühner oder Bienen in Aachen anmelden?
- Ja, auch als reine Hobbyhalterin, und zwar beim Veterinäramt der StädteRegion; von dort geht deine Anmeldung weiter an die Tierseuchenkasse des Landes. Anzugeben sind die Zahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere, die Nutzungsart und der Standort. Für Geflügel führst du zusätzlich ein Bestandsregister und lässt Hühner und Truthühner gegen die atypische Geflügelpest impfen. Bei Bienen wird jeder Bienenstand einzeln angemeldet, Völker und Schwärme von außerhalb der StädteRegion dürfen nur mit Gesundheitszeugnis hierher, und Verdachtsfälle auf Amerikanische Faulbrut gehören ans Veterinäramt gemeldet. Gemeldet sind in der Region etwa 3.000 Bienenvölker.
- Was bedeutet die Asiatische Hornisse für meine Bienenvölker?
- Sie bleibt, und du musst deine Völker selbst schützen. Seit dem 25. März 2025 führt der Bund sie als etablierte invasive gebietsfremde Art; damit entfällt die kommunale Bekämpfungs- und Ausrottungspflicht, und die Stadt Aachen geht in eine Managementphase über, in der Nester vor allem dort entnommen werden, wo eine konkrete Gefahr besteht, etwa nahe Schulen, Spielplätzen, Kindertagesstätten oder Wohngebäuden. Die Art jagt vor den Bienenstöcken und fängt dort Honigbienen ab, gegen die die hier verbreitete Honigbiene keine angepasste Abwehr hat; empfohlen werden bauliche Anpassungen wie verkleinerte Fluglöcher, Schutzgitter und Schutzvorrichtungen um die Stöcke. Von der Fallenjagd auf Jungköniginnen im Frühjahr rät die Stadt dagegen ausdrücklich ab: Die Fallen wirken nicht artspezifisch, fangen massenhaft andere Insekten mit und verstoßen damit gegen das Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes, sind also verboten. Ein Nest im öffentlichen Raum kannst du der Stadt melden, Sichtungen trägst du ins Neobiota-Portal des Landesamtes ein, und ein Nest auf dem eigenen Grundstück lässt du von Fachleuten entfernen.
- Ich habe ein totes Wildschwein gefunden, muss ich das melden?
- Ja. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, und das Umweltamt der StädteRegion bittet Jägerschaft und Bevölkerung gleichermaßen, gefundenes Fallwild vom Schwarzwild zu melden, damit Proben untersucht werden können; das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung nimmt solche Funde auch am Wochenende an und gibt sie ans Veterinäramt weiter. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, Haus- und Wildschweine erkranken dagegen schwer. Übertragen wird sie über Blut und direkten Kontakt sowie indirekt über Speiseabfälle, Schweinefleischerzeugnisse, Fahrzeuge, Jagdausrüstung, Geräte und Kleidung.
- Darf ich in Aachen Tauben oder Enten füttern?
- Nein. Die Aachener Straßenverordnung verbietet das Füttern verwilderter Haustauben und, zum Schutz der Gewässer, das Füttern von Wasservögeln und Fischen; als Füttern gilt dabei auch, Futter auszulegen oder in sonstiger Weise anzubieten, also ebenso das Fensterbrett, das Tauben erreichen. Für die Stadttauben verweist das Ordnungsamt auf ein Aachener Taubenprojekt. Verwilderte Katzen nennt die Verordnung dagegen nicht, für sie gilt das Fütterungsverbot also nicht.
- Ich habe ein Haustier gefunden, wohin damit?
- Ins Tierheim des Tierschutzvereins für die StädteRegion Aachen: Dorthin werden gefundene Haustiere in aller Regel gebracht, und das städtische Fundbüro nennt für Tiere ebenfalls das Tierheim. Den Fund meldest du beim Fundbüro an; verwahren darfst du danach auch selbst, und meldet sich die Eigentümerin ein halbes Jahr lang nicht, kann der Fund an dich übergehen. Suchst du umgekehrt dein eigenes Tier, bring Fotos und den Impfpass mit. Das Tierheim rät im Übrigen dringend zu Mikrochip und Registrierung, denn nur ein gekennzeichnetes Tier lässt sich bei der Abgabe seiner Halterin zuordnen.
- Wer hat in Aachen nachts tierärztlichen Notdienst?
- Anders als viele Kreisstellen hält die Kreisstelle StädteRegion Aachen der Tierärztekammer Nordrhein eine zentrale Notdienstrufnummer bereit, über die du die diensthabende Praxis erreichst; die Kammer führt sie in ihrer Übersicht der Notfalldienstringe. Sie deckt das Kreisstellengebiet ab, also Stadt und Region zusammen, und endet an dessen Grenze.
- Mein Tier ist gestorben, an wen wende ich mich in Aachen?
- Der Weg führt über die StädteRegion, nicht über die Stadt: Aachen ist keine kreisfreie Stadt, und für Tierseuchenfragen verweist das Serviceportal ausdrücklich auch für das Stadtgebiet an das Veterinäramt der StädteRegion, bei dem das Recht der tierischen Nebenprodukte ebenfalls liegt. Die Stadt erklärt dazu die Risikostufen: Tierkörper von Heim- und Zootieren zählen zur höchsten, verendete Tiere landwirtschaftlicher Betriebe und Equiden zur mittleren. Liegt ein totes Tier im Straßenraum, holt es der Entstördienst des Aachener Stadtbetriebs ab; diese Leistung ist ausdrücklich auf den Straßenraum begrenzt. Auf den städtischen Friedhöfen hat eine Tierasche keinen Platz, denn die Friedhofssatzung widmet sie der Bestattung von Personen und Totenaschen, und das städtische Krematorium ist eine Feuerbestattungsanlage für Verstorbene.