Im Südwesten Potsdams liegt mit dem Wildpark ein etwa 875 Hektar großes Waldgebiet, das vom Park Sanssouci durch die Pirschheide bis an den Templiner See reicht und seit 1966 zum Landschaftsschutzgebiet Potsdamer Wald- und Havelseengebiet gehört. An seinem südwestlichen Rand brütet seit 1989 eine Graureiherkolonie mit rund 200 Brutpaaren in einem Kiefernaltbestand, den die Stadt schon 1988 als Flächennaturdenkmal gesichert hat. In der Stadt selbst sind mindestens zwölf der 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten nachgewiesen; zwei Gebäudequartiere bieten mehreren tausend Tieren Platz für den Winterschlaf, weitere Quartiere liegen in den Kellern und Gewölben der historischen Schlossanlagen. Das kommunale Naturkundemuseum im ehemaligen Ständehaus der Zauche zeigt in seinem Kaltwasseraquarium circa 40 heimische Fischarten von der Plötze bis zum Flusswels. Von dort aus wird auch die Ausbreitung der Europäischen Gottesanbeterin erforscht: Über das Meldeportal des Museums gingen zwischen 2023 und 2025 über 14.701 Funde ein, nachdem die Art 2007 zum ersten Mal in Brandenburg gefunden worden war.
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Tierschutzverein Potsdam und Umgebung e.V.
Tierheim in Potsdam mit Vermittlungstieren (Hunde, Katzen, Kleintiere) sowie Hilfe bei entlaufenen Tieren und Notfällen; Besuche nach Terminvereinbarung.
Verein Potsdamer Hundesportler e.V.
Hundesportverein mit Training in Agility, Rally Obedience, Hoopers und Basisausbildung bis zur Begleithundprüfung. Informationen zu Trainingszeiten, Galerie und Anfahrt (Trainingsplatz in Beelitz).
Ortsgruppe Spandau-Zeestow e.V. im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Hundesport- und Ausbildungsverein für Gebrauchshunde: Training nach VDH-Prüfungsordnung mit Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst auf dem Vereinsgelände in Zeestow (Brieselang).
Potsdamer Reitverein e.V.
Reitunterricht, Voltigieren und Reittherapie in Potsdam – Angebote für Kinder und Erwachsene, inklusive Reiterferien und Kindergeburtstagen.
Nicole Cieske
Hundetraining und Welpenkurs in Potsdam – mobil im Alltag sowie am Hundeplatz in Blankenfelde-Mahlow. Angebote umfassen Gruppenunterricht, Einzelstunden und ausgewählte Spezialkurse, teils auch online.
Häufige Fragen für Tierhalter in Potsdam
- Muss ich meinen Hund in Potsdam anmelden?
- Ja, und zwar an zwei getrennten Stellen. Seit dem 1. Juli 2024 verlangt die brandenburgische Hundehalteverordnung, dass du jeden Hund unverzüglich bei der örtlichen Ordnungsbehörde anzeigst, mit Rasse, Wurfdatum, Farbe, Chipnummer und deinen Personalien; gekennzeichnet sein muss er, sobald er älter als acht Wochen ist. Davon getrennt meldest du ihn beim Bereich Steuern an, innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme in deinen Haushalt oder, bei einem im eigenen Haushalt geborenen Welpen, innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Hund drei Monate alt geworden ist. Die Steuermarke muss dein Hund außerhalb der Wohnung und des umfriedeten Grundbesitzes sichtbar tragen, und ähnlich aussehende Anhänger darfst du ihm nicht anlegen. 2024 waren in Potsdam 8.191 Hunde steuerlich erfasst, gehalten von 7.524 Hundehaltenden.
- Gilt in Brandenburg noch eine Rasseliste?
- Im Ordnungsrecht seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr. Hunde, die nach altem Recht allein wegen ihrer Rasse als gefährlich galten, gelten seither als nicht mehr gefährlich, das Haltungsverbot für sie ist entfallen, und weggefallen ist auch der Zuverlässigkeitsnachweis, den Halter großer und schwerer Hunde bis dahin erbringen mussten. Über die Gefährlichkeit entscheidet jetzt das Verhalten des einzelnen Tieres: Die Ordnungsbehörde stellt sie nach einem Vorfall fest, etwa nach einem Biss ohne vorherigen Angriff oder Provokation, nach unkontrolliertem Hetzen von Wild oder nach wiederholter Gefährdung von Menschen. Erst diese Feststellung löst die Erlaubnispflicht aus, mit Sachkunde, Zuverlässigkeit, Haftpflichtversicherung, ausbruchssicherer Haltung, Warnschild und roter Plakette am Halsband. Im Steuerrecht sieht es anders aus: Die Hundesteuersatzung der Stadt führt in ihrer veröffentlichten Fassung achtzehn Rassen und deren Kreuzungen untereinander weiter als gefährliche Hunde und stuft sie in eine eigene Steuerstufe ein; wer dafür ein amtliches Negativzeugnis nach den landesrechtlichen Vorschriften über die Hundehaltung vorlegt, fällt aus dieser Einstufung heraus. Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen der Satzung gelten für gefährliche Hunde ohnehin nicht.
- Wo gilt in Potsdam Leinenpflicht?
- Landesweit bei Veranstaltungen mit Menschenansammlungen, auf Sport- und Campingplätzen, in umfriedeten öffentlich zugänglichen Park-, Garten- und Grünanlagen, in Einkaufszentren, Fußgängerzonen, Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei Mehrfamilienhäusern auf Zuwegen, in Treppenhäusern und in gemeinsam genutzten Räumen; in Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ein Maulkorb dazu. Die Potsdamer Stadtordnung dehnt das auf einen ständigen Leinenzwang in den Bereichen aus, in denen nach dem Flächennutzungsplan eine verstärkte Nutzung durch Bürger, Anwohner oder Tourismus zu erwarten ist; welche Flächen dazugehören, zeigt die Karte in der Anlage zur Stadtordnung. Für einen Hund, dessen Gefährlichkeit die Ordnungsbehörde festgestellt hat, gelten außerhalb des ausbruchssicher eingefriedeten Besitztums überall Leinenpflicht und Maulkorbzwang, die Leine höchstens zwei Meter lang; ohne Leine darf er nur auf eingezäunten Hundeauslaufgebieten laufen, dort aber mit Maulkorb, und auf einem privaten Grundstück Dritter nur, wenn alle Inhaber des Hausrechts zustimmen. Mitnehmen darfst du deinen Hund ohnehin nicht auf Kinderspielplätze, auf gekennzeichnete Liegewiesen und in Badeanstalten. Außerhalb der Leinenzonen musst du eine Leine mitführen, um sie im Bedarfsfall anzulegen.
- Wo darf mein Hund in Potsdam ohne Leine laufen?
- Auf Freiflächen, Gehwegen und ähnlichen Flächen überall dort, wo weder die Hundehalteverordnung noch der Leinenzwang der Stadtordnung greift, und nur unter deiner ständigen Aufsicht; die Stadt begründet das ausdrücklich mit den fehlenden Auslaufgebieten im Stadtgebiet. Dein Hund muss dabei jederzeit zurückgerufen werden können und darf sich außerhalb des befriedeten Besitztums nicht unbeaufsichtigt aufhalten. Für einen als gefährlich festgestellten Hund gilt diese Freiheit nicht: Er bleibt draußen an der Leine und trägt einen Maulkorb. Als eigene Auslauffläche weist Potsdam eine umzäunte Wiese südlich des Babelsberger Parks aus, seit Ende 2003, rund 0,9 Hektar groß und mit einem kleinen Parcours aus Dach, Tunnel, Reifen, Hürden, Balancierbalken und Slalom. Eine landesweite Anleinpflicht für die Brut- und Setzzeit kennt Brandenburg nicht; das Jagdgesetz überlässt eine solche Anordnung der Gemeinde, und Potsdam knüpft seine Leinenzonen stattdessen an die Karte der Stadtordnung. Im Wald und in den Parks der Schlösserstiftung bleibt dein Hund in jedem Fall an der Leine.
- Darf mein Hund in den Park Sanssouci?
- Ja, aber nur angeleint. Die Stiftungsanlagenverordnung untersagt es, Hunde und andere Haustiere in den Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten frei laufen zu lassen, sie auf die gekennzeichneten Liegewiesen mitzunehmen oder sie in Gewässern baden zu lassen; ausgenommen sind Blindenführ- und Behindertenbegleithunde. Die Parkordnung für den rund 300 Hektar großen Park Sanssouci bittet zusätzlich um die kurze Leine, und Hundekot musst du unverzüglich beseitigen. Dieselbe Verordnung gilt in Potsdam auch für den Neuen Garten, den Pfingstberg, den Park Babelsberg, Lindstedt und Sacrow. Die Stadtordnung stellt ausdrücklich klar, dass die Regeln der Stiftung neben ihr unberührt bleiben.
- Muss mein Hund im Wald an die Leine?
- Ja, im gesamten Wald. Das brandenburgische Waldgesetz erlaubt das Mitführen von Hunden nur angeleint und nimmt davon allein Jagdhunde im Rahmen der Jagdausübung und Polizeihunde aus. Die Stadt weist darauf besonders hin, seit vermehrt Wildschweine im Stadtgebiet beobachtet wurden: Frei laufende Hunde beunruhigen oder verfolgen Wildtiere und lösen dadurch gefährliche Situationen aus. Halte deinen Hund außerdem von toten Tierkörpern fern, weil er sich daran anstecken und Tierkrankheiten weitertragen kann. Auffällige Beobachtungen und tot aufgefundene Wildschweine nehmen die untere Jagdbehörde und die Einsatzzentrale des Ordnungsamtes entgegen; tote Tiere werden vorsorglich auf Schweinepest untersucht.
- Ich habe ein Haustier gefunden, wohin damit?
- Melde es der Einsatzzentrale des Ordnungsamtes; außerhalb der Dienstzeiten hilft die Leitstelle der Feuerwehr weiter. Fund- und Verwahrtiere aus Potsdam betreut im Auftrag der Stadt das Tierheim Tierisch Belzig e. V. in Bad Belzig, also außerhalb des Stadtgebietes. Vermisst du selbst ein Tier, meldest du das an derselben Stelle und gibst Chipnummer, eine genaue Beschreibung und möglichst ein Foto dazu. 2024 zählte die Stadt 144 solcher Tiere, davon 94 Fundtiere und 50 Verwahrtiere; die größte Gruppe waren Hunde, vor Katzen, Kleintieren, Vögeln und Exoten. Wer einen Hund aus der von der Stadt beauftragten Einrichtung übernimmt, bekommt auf Antrag für zwei Jahre eine ermäßigte Hundesteuer, sofern er dort in den beiden Jahren davor keinen Hund abgegeben hat.
- Gibt es in Potsdam eine Katzenschutzverordnung?
- Nein, obwohl Potsdam eine erlassen dürfte. Das Land hat die Ermächtigung dafür in seiner Tierschutzzuständigkeitsverordnung auf die Landkreise und kreisfreien Städte übertragen, und im Verzeichnis des Potsdamer Stadtrechts steht keine solche Verordnung. Statt einer Pflicht setzt die Veterinär- und Lebensmittelüberwachung auf einen Appell: Wer seine Katze nach draußen lässt, soll sie kastrieren lassen, per Mikrochip kennzeichnen und über die Chipnummer in einem Melderegister eintragen. Als Begründung nennt die Behörde, dass eine Katze im Extremfall bis zu vier Würfe im Jahr mit je vier bis sechs Welpen bekommen kann und dass versteckt oder im Freien geworfene, verwildert aufwachsende Junge das Tierleid vergrößern. Nur die Kennzeichnung macht es möglich, ein entlaufenes Tier rasch zurückzubringen.
- Was mache ich mit einer freilaufenden Katze im Viertel?
- Erst einmal beobachten. Die Stadt weist darauf hin, dass eine Katze auf ihrem täglichen Streifzug leicht für ein Fundtier gehalten wird, und nennt Halsband, Ernährungs- und Pflegezustand sowie zutrauliches Verhalten als Hinweise auf einen Freigänger; einen vorhandenen Mikrochip liest die Tierarztpraxis aus, danach lässt sich der Halter über ein Melderegister finden. Nur bei eindeutigen Hinweisen auf ein verlorenes, ausgesetztes, verletztes oder hilfloses Tier informierst du das Ordnungsamt. Verwilderte und nicht sozialisierte Katzen gehören dagegen ausdrücklich nicht ins Tierheim, weil sie dort ihrer gewohnten Umgebung entrissen sind und verängstigt sitzen. Für sie beschreibt die Stadt den tierschutzgerechten Weg als Anfüttern, Einfangen, Kastrieren und Freilassen an der gewohnten Stelle, wobei der Betreuer der Futterstelle die Verantwortung für die Tiere übernimmt.
- Brauche ich für eine Hundeschule oder eine Tierpension eine Erlaubnis?
- Ja, sobald du gewerbsmäßig mit Tieren umgehst, und erteilt wird sie vom Veterinärwesen der Landeshauptstadt. Die Stadt zählt dazu ausdrücklich das Betreiben einer Hundeschule und das Tierverhaltenstraining, das Halten von Tieren in einem Tierheim oder einer Tierpension, den gewerbsmäßigen Reit- oder Fahrbetrieb, die Schutzausbildung von Hunden für Dritte, das gewerbsmäßige Züchten, Halten und Handeln mit Wirbeltieren, Tierbörsen, das Zurschaustellen von Tieren und die Vermittlung eingeführter Tiere gegen Entgelt. Ohne Erlaubnis darf die Tätigkeit nicht ausgeübt werden, und die Behörde muss sie dann untersagen. Dem Antrag legst du eine Beschreibung von Art und Umfang der Tätigkeit bei, deine Sachkunde in Form von Zeugnissen und Fortbildungsnachweisen, ein aktuelles Führungszeugnis, die Gewerbeanmeldung in Kopie, eine Grundrisszeichnung der Räumlichkeiten und eine Auflistung der Tierarten. Gefragt wird auch, ob gegen dich in den letzten drei Jahren ein Verfahren wegen Verstößen gegen Tierschutz-, Tierseuchen- oder Artenschutzrecht lief.
- Woran erkenne ich beim Welpenkauf einen erlaubten Anbieter?
- Der gewerbsmäßige Handel mit Hunden braucht eine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz, und die Potsdamer Veterinär- und Lebensmittelüberwachung schrieb 2022, dass nach ihrer Kenntnis in Potsdam niemand eine solche Erlaubnis besaß; ausgenommen davon sind einige Züchter, die meist über einen Hundezuchtverein zu erreichen sind. Als Merkmale für illegalen Welpenhandel nennt die Behörde die Übergabe an einem öffentlichen Platz statt in der Wohnung oder im Haus, fehlende oder nicht vorzeigbare Elterntiere und Geschwister, Tiere, die viel jünger sind als angegeben, fehlende Impfung und fehlende Kennzeichnung sowie viele verschiedene Rassen im selben Angebot. Lass dir einen Kaufvertrag samt den Personalien des Verkäufers aushändigen und frage nach dem Muttertier, das vor Ort, gesund und zutraulich sein sollte.
- Wo darf ich in Potsdam reiten?
- Im Wald nur auf Waldwegen, die von zwei- oder mehrspurigen Fahrzeugen befahren werden können, und auf Waldbrandwundstreifen; auf Sport- und Lehrpfaden, auf schmaleren Wegen, auf Rückewegen und in Waldeinteilungsschneisen sind Reiten und Gespannfahren dort verboten. In der freien Landschaft gilt dieselbe Wegebreite als Maßstab, und auch dort bleiben Sport- und Lehrpfade sowie schmalere Wege ausgenommen. In den Parks der Schlösserstiftung darfst du gar nicht reiten. Am Flächennaturdenkmal Graureiherkolonie im Wildpark dürfen Reiterinnen und Reiter nur die ausgewiesenen Wege benutzen, und während der Brut- und Aufzuchtzeit von Februar bis August sind Störungen im Brutgebiet untersagt. Ein Reitkennzeichen oder eine Reitabgabe verlangen weder das Waldgesetz noch das Naturschutzausführungsgesetz; markieren dürfen Reitwege die Landkreise und kreisfreien Städte oder von ihnen beauftragte Stellen.
- Was muss ich als Pferdehalter in Potsdam anzeigen?
- Die Haltung selbst, beim Bereich Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, und zwar vor Beginn der Tätigkeit. Einhufer stehen dort in derselben Anzeigepflicht wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel; nach der Anzeige bekommst du eine zwölfstellige Registriernummer, und jede Änderung der Anschrift oder des Standortes meldest du nach. Jedes Pferd braucht einen Equidenpass, der für Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt vom Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt ausgestellt wird; wer in einem anderen in Brandenburg aktiven Pferdezuchtverband organisiert ist, wendet sich an diesen. Wichtig für Betriebe: Halter im Sinne der Viehverkehrsverordnung ist, wer das Tier hält und für die Haltung verantwortlich ist, also auch der Betreiber eines Pensionsstalles und der Transporteur, nicht der Eigentümer. Das Merkblatt der Behörde nennt außerdem die Grundanforderungen an die Haltung, darunter mindestens zwei Stunden freie Bewegung am Tag, die nicht durch Reiten, Longieren oder die Führanlage ersetzt werden kann, das Verbot der Einzelhaltung und den Hufbeschlag durch einen staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied.
- Muss ich Hühner oder Bienen in Potsdam anmelden?
- Ja, beides vor Beginn der Haltung beim Bereich Veterinär- und Lebensmittelüberwachung. Anzeigepflichtig sind neben Hühnern, Enten, Gänsen, Tauben, Truthühnern, Wachteln und Laufvögeln auch Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Einhufer, Gehegewild, Kameliden und sonstige Klauentiere; Imker melden den Standort und die Anzahl ihrer Bienenvölker. Wer Schweine, Schafe oder Ziegen hält, zeigt außerdem bis zum 15. Januar jedes Jahres die Anzahl der am 1. Januar im Bestand befindlichen Tiere an. Die Haltung ist zusätzlich der Tierseuchenkasse Brandenburg anzuzeigen, die zum Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit gehört, dort aber als Sondervermögen haushälterisch getrennt verwaltet wird. Willst du Bienenvölker zum Verkauf oder zur Wanderung aus Potsdam herausbringen, brauchst du dafür eine Gesundheitsbescheinigung des Veterinäramtes.
- Muss ich meine Landschildkröte oder meinen Papagei melden?
- Ja, für die meisten geschützten Wirbeltierarten besteht eine Meldepflicht, und zuständig ist in Brandenburg nicht die Stadt: Halter melden ihren Bestand mit einem Tierbestandsmeldeformular beim Landesamt für Umwelt, dessen Hauptsitz in Potsdam liegt. Dasselbe Amt überwacht den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten. Für zahlreiche geschützte Wirbeltierarten kommt eine Kennzeichnungspflicht dazu, für alle Exemplare die Pflicht, auf Nachfrage die legale Herkunft nachzuweisen, und der Handel mit streng geschützten Anhang-A-Arten ist nur mit einer Vermarktungsgenehmigung zulässig. Geht es dagegen um geschützte Arten am eigenen Gebäude oder auf dem Grundstück, etwa um Fledermäuse, Mauersegler, Schwalben, Zauneidechsen oder Hornissen, ist die untere Naturschutzbehörde der Stadt deine Anlaufstelle.
- Eine Fledermaus ist in meine Wohnung geflogen, was tun?
- Öffne die Fenster des Raumes weit, zieh die Vorhänge zur Seite und schalte das Licht aus; über gekippte Fenster finden die Tiere nicht hinaus. Schließe die Türen zu den anderen Räumen und such Gardinen und andere Verstecke vorsichtig ab. Schafft ein einzelnes Tier es nicht allein, kannst du es mit einem Handschuh aufnehmen und ins Freie setzen; ein flacher Pappkarton mit einem angefeuchteten Tuch als Tränke hilft ihm, wieder zu Kräften zu kommen. Im Spätsommer ist der Einflug ein typisches Verhalten: Die Jungtiere verlassen dann die Wochenstuben, alle Tiere erkunden ihre Winterquartiere, und gerade Zwergfledermäuse verfliegen sich dabei in der Dämmerung in Wohnungen. Alle heimischen Arten sind streng geschützt, ihre Quartiere ebenso; bei Fragen und Hinweisen hilft die untere Naturschutzbehörde weiter.
- Darf ich an der Havel Enten und Schwäne füttern?
- Nein, die Potsdamer Stadtordnung untersagt das Füttern von Wildtieren, ausdrücklich auch an öffentlichen Gewässern, Teichen und Weihern für Wasservögel und Fische. Die untere Jagdbehörde begründet das damit, dass Gänse und Schwäne ihre Nahrung auf Äckern und Wiesen holen, Enten sich von Ufer- und Wasserpflanzen sowie von Würmern und Larven ernähren und Blesshühner Muscheln vom Grund holen; selbst bei zugefrorener Eisdecke finden sie im Uferbereich genug. Einseitige Fütterung mit Brot führt zu Nährstoffmangel, und der vermehrte Kot entzieht dem Wasser Sauerstoff, der Fischen, anderen Wassertieren und Pflanzen dann fehlt. Fütterungsstellen locken Ratten an, halten Schwäne bis zum Zufrieren an einer Stelle fest und nehmen den Tieren die Scheu, was sie im Straßenverkehr gefährdet.
- Wer versorgt in Potsdam eine verletzte Stadttaube?
- Potsdam hat dafür einen Stadttaubenbeauftragten, der kranke und verletzte Tiere an zwei Standorten versorgen kann; melden kannst du sie über die Einsatzzentrale des Ordnungsamtes. Vom Füttern rät das Veterinäramt dagegen ab, und zwar mit einer tierschutzrechtlichen Begründung: Ein größeres Futterangebot lässt die Zahl der Tiere steigen, drängt sie auf kritische Brutplätze und führt zu Nachwuchsverlusten, Krankheiten und Parasitenbefall. Taubenschläge hält die Stadt ausdrücklich nicht für ein Mittel zur Verkleinerung der Population, weil frei werdende Nischen im Stadtgebiet rasch wieder besetzt werden und ein Schlag für die Tiere nur eine weitere Futterquelle ist. 2025 stellte die Behörde fest, dass an verschiedenen Orten zunehmend gefüttert wird, und bat darum, das zu unterlassen.
- Was tue ich, wenn ein Waschbär auf meinem Dachboden sitzt?
- Ruhig bleiben und nicht selbst eingreifen: Waschbären unterliegen in Brandenburg dem Jagdrecht, einfangen oder töten darf sie nur ein Jäger, und Fallenstellen, das Auslegen von Gift und eigenmächtiges Töten sind verboten. Füttern ist ebenfalls untersagt, auch unbeabsichtigt über Essensreste im Freien, offene Komposthaufen oder ungesicherte Abfallbehälter. Wende dich an die untere Jagdbehörde der Stadt, außerhalb ihrer Erreichbarkeit an das Ordnungsamt; 2023 gingen dort mehr als 64 solche Anfragen ein. Zugangswege in ein Gebäude versperrst du erst, wenn sicher ist, dass kein Tier mehr drinnen ist; Elterntiere dürfen in den Setz- und Brutzeiten bis zum Selbständigwerden der Jungtiere nicht bejagt werden.
- Darf ich ein Schwalbennest am Haus abnehmen?
- Nein, Schwalbennester stehen ganzjährig unter gesetzlichem Schutz, auch wenn die Vögel abwesend sind und die Nester zeitweise ungenutzt bleiben. Im Frühjahr kehren die Mehlschwalben an ihre bekannten Brutplätze zurück, und für ein neues müssen sie Klümpchen für Klümpchen feuchten Lehm aufsammeln. Stört dich der Kot, hilft ein Brett unterhalb des Nestes. Wer Schwalben unterstützen möchte, bringt Nisthilfen an oder legt in trockenen Phasen eine kleine Lehmpfütze im Garten an; an modernen glatten Fassaden haften die Nester schlecht, und in der aufgeräumten Stadt fehlt es oft an geeignetem Baumaterial.
- Darf mein Assistenzhund mit in ein Amt?
- Ja. Potsdam ist seit November 2024 assistenzhundfreundliche Kommune; die kommunalen Einrichtungen der Stadt werden nach und nach mit dem Türaufkleber Assistenzhund Willkommen ausgestattet, den Anfang machten unter anderem das Sozialrathaus, das Klinikum und die Stadt- und Landesbibliothek. Die Hundehalteverordnung nimmt Blindenführ-, Behindertenbegleit- und Assistenzhunde von ihren Regeln aus, sobald du der örtlichen Ordnungsbehörde den Verwendungszweck des Hundes schriftlich oder elektronisch nachweist; die Kennzeichnungs- und Anzeigepflicht bleibt davon unberührt. Von der Hundesteuer befreit die Stadt auf Antrag Hunde, die ausschließlich dem Schutz und der Hilfe Blinder, Tauber oder sonst hilfloser Personen dienen, und als hilflos gilt dabei, wer einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen B, aG oder H besitzt.
- Darf mein Mähroboter nachts laufen?
- Ein Verbot spricht die Stadt nicht aus, sie ruft Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer aber dazu auf, die Betriebszeiten so zu legen, dass das Gerät nicht in den Nachtstunden fährt. Dann sind Igel auf Nahrungssuche, und die Sensoren vieler Modelle erkennen sie nicht zuverlässig; Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, ihre Tötung oder Verletzung ist verboten. Die Stadt rät außerdem, beim Kauf auf sichere Geräte zu achten und den Garten mit Versteckmöglichkeiten und Unterschlupfen igelfreundlich zu gestalten. Ein Konzept für standardisierte Igel-Sicherheitstests hat das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung entwickelt; die Hersteller setzen es bisher nicht ausreichend um. Findest du ein verletztes Tier, sind die Tierrettung oder die untere Naturschutzbehörde die Ansprechpartner.
- Wann muss ich mein Geflügel aufstallen?
- Wenn die Stadt es per Tierseuchenallgemeinverfügung anordnet. Zuletzt geschah das Ende Oktober 2025, nachdem die Geflügelpest bei einem tot aufgefundenen Kranich im Stadtgebiet bestätigt worden war: Hausgeflügel musste in geschlossene Ställe oder Volieren, und Geflügelausstellungen, Märkte und ähnliche Veranstaltungen waren untersagt. Im Dezember 2025 kamen wegen eines Ausbruchs im Havelland eine Schutz- und eine Überwachungszone für mehrere Potsdamer Ortsteile dazu; beides hat die Stadt im Januar 2026 aufgehoben, nachdem seit November 2025 im Stadtgebiet kein Nachweis bei Wildvögeln mehr aufgetreten war. Eine solche Anordnung gilt so lange, bis die Stadt sie aufhebt, und dafür muss sich das Veterinäramt durch unangekündigte Kontrollen der Geflügelhaltungen von der Seuchenfreiheit überzeugen. Wer Geflügel hält und es noch nicht gemeldet hat, muss das nachholen, denn ohne Meldung erreicht dich im Seuchenfall keine Information.
- Brauche ich zum Angeln in Potsdam einen Fischereischein?
- Nicht immer: Wer den Fischfang mit der Friedfischangel ausübt, braucht keinen. Für alles andere brauchst du einen Fischereischein der unteren Fischereibehörde, dafür die bestandene Anglerprüfung in Fischkunde und -hege, Pflege der Fischgewässer, Fanggeräten und deren Gebrauch, Behandlung der gefangenen Fische und den einschlägigen Rechtsvorschriften sowie das vollendete vierzehnte Lebensjahr; erteilt wird er unbefristet. Wer das achte Lebensjahr vollendet hat, bekommt auf Antrag einen Jugendfischereischein, der bis zur Vollendung des achtzehnten Lebensjahres gilt und zur Friedfischhandangel berechtigt; jüngere Kinder dürfen grundsätzlich nicht selbst angeln. Dazu kommen in jedem Fall der Nachweis über die gezahlte Fischereiabgabe und die Angelkarte für das jeweilige Gewässer, für einige Gewässer außerdem eine Vereinsmitgliedschaft. Die Nachweiskarte und die Marken bekommst du unter anderem im Naturkundemuseum.
- Warum weiden Schafe im Schlosspark Marquardt?
- Weil sie die Wiesen pflegen, ohne Insekten und Kleintiere zu schädigen. Im Auftrag der Stadt beweiden Gotlandschafe dort rund fünf Hektar, von Ende April bis voraussichtlich Mitte November; 2025 lief das dritte Jahr in Folge. Durch das selektive Fressverhalten entstehen Pflanzeninseln, die Insekten Rückzugsorte bieten, und im Fell tragen die Tiere Pflanzensamen über die Fläche. Die übrigen Wiesen mäht ein Verein mit Balkenmähern, und vor der Mahd werden die Flächen mit Drohnen und Wärmebildkameras nach Rehkitzen und Bodenbrütern abgesucht. Schnittgut bleibt als Totholz liegen und dient Amphibien, Reptilien, Insekten und Vögeln als Lebensraum.
- Wer hat in Potsdam nachts Notdienst?
- Den tierärztlichen Kleintiernotdienst organisiert die Landestierärztekammer Brandenburg über eine landesweite Rufnummer und verweist für die diensthabenden Praxen auf ein Notdienstportal im Netz. Davon getrennt unterhält die Landeshauptstadt an Wochenenden und Feiertagen eine amtstierärztliche Rufbereitschaft für Notfälle aus ihren eigenen Aufgabengebieten, also Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung und Tierarzneimittel; erreichbar ist sie über die Leitstelle der Feuerwehr. Dieselbe Leitstelle nimmt außerhalb der Dienstzeiten des Ordnungsamtes auch Fundtiermeldungen entgegen.